- Docente: Robert Gisselbaek
Das Seminar möchte Texte vom 13. bis zum 17. Jahrhundert in den Blick nehmen, in denen Lachen und Verlachen thematisiert werden. Ein besonderes Augenmerk soll in diesem Rahmen auf die Relation von Beständigkeit und Wandel gelegt werden – und zwar bezogen auf die Inhalte, die Formen und die historischen Umstände der Texte.
Dazu zählen etwa der Pfaffe Amis des Strickers, der mit seinen entlarvenden Betrügereien eine Dimension der mittelalterlichen Welt jenseits ritterlicher Abenteuer und geistlicher Gelehrsamkeit offenbart, oder der Simplicissimus von Grimmelshausen, der in den Wirren des Dreissigjährigen Kriegs spielt, aber noch immer viel Mittelalterliches aufweist.
Im Seminar soll die Entwicklung dieser Gattung verfolgt werden. Dabei geht es in erster Linie um formale bzw. narratologische Aspekte der zumeist in Episoden erzählten Geschichten; gleichzeitig aber rückt der mittelalterliche Humor in den Fokus, dessen komisches wie subversives Potenzial betrachtet werden soll.
Inwiefern die Texte selbst komisch waren oder immer noch sind, soll die Lektüre ausgewählter Passagen einer Reihe hoch- und spätmittelalterlicher sowie frühneuzeitlicher Beispiele zeigen.
